Die Grafik entsteht im Gespräch, die Freigabe nicht
Das Plakat für Freitag, und niemand im Büro kann Layout. Genau in diese Lücke zielt die jüngste Aktualisierung von ChatGPT.

Von Norbert Oberndorfer
, 4 Minuten

In Vereinen, Gemeinden und kleinen Betrieben entsteht Kommunikationsmaterial meist nebenbei, zwischen zwei anderen Aufgaben. Wer dort Bilder braucht, hat selten eine Grafikabteilung und immer einen Termin.
OpenAI hat am 8. September nachgelegt
Mit ChatGPT Images 2.5 hat der Anbieter eine neue Fassung seines Bildmodells vorgestellt. Sämtliche Leistungsangaben dazu stammen vom Unternehmen und sind nicht unabhängig geprüft. Neu sind laut OpenAI fünf Funktionen.
- Sketch, also eine grobe Zeichnung direkt im Chat, die als Vorlage für das fertige Bild dient
- Vorlagen für gängige Formate wie Plakat, Flyer, Merchandise oder Produktfoto
- Kommentare, die direkt auf dem Bild platziert werden und die Bearbeitung auf diese Stelle richten
- die Weitergabe der verwendeten Eingabe, im Fachjargon Prompt, damit andere dieselbe Idee mit eigenen Motiven nachbauen
- genaueres Ändern einzelner Bildteile, während der Rest unverändert bleibt
Zum Tempo nennt OpenAI eine um bis zu 50 Prozent kürzere Erzeugungsdauer gegenüber der Vorversion Images 2.0. Die Nutzung beziffert das Unternehmen mit mehr als drei Milliarden Bildern pro Woche über ChatGPT und die Bildschnittstelle zusammen – eine Angabe des Anbieters ohne unabhängige Messung. Verfügbar ist die Funktion nach Unternehmensangaben in allen Tarifen von ChatGPT, ChatGPT Work und Codex, auf Desktop, Mobilgerät und im Browser.
Die eigentliche Neuerung ist das Korrigieren
Bilder erzeugen konnten die Vorgängerversionen auch. Neu ist laut Anbieter, dass eine gezielte Änderung nur den angesprochenen Teil betrifft und über mehrere Bearbeitungsschritte erhalten bleibt, ohne dass die Qualität nachlässt.
Damit verschiebt sich die Rolle des Werkzeugs. Aus einem Zufallstreffer zum Annehmen oder Verwerfen wird ein Entwurf, an dem ein Kommunikationsverantwortlicher weiterarbeiten kann. Die Freigabe bleibt trotzdem bei einem Menschen.
Realistisch abdecken lassen sich damit vor allem Standardaufgaben.
- Ankündigungsgrafiken für Social Media in mehreren Formaten
- Flyer und Aushänge für Veranstaltungen
- einfache Erklärgrafiken für Website und Newsletter
- Sachfotos für Standardfälle ohne konkreten Ort und ohne konkrete Person
- vorzeigbare Fassungen von Skizzen aus einer Besprechung
Vier Punkte liefert das Werkzeug nicht mit
Rechte an den Vorlagen. Wer das Foto einer Mitarbeiterin oder eines Bürgers als Referenz hochlädt, gibt personenbezogene Daten an einen externen Dienst weiter und braucht dafür eine Grundlage. Die Zustimmung zum Gruppenfoto auf der Website deckt das nicht automatisch ab.
Kennzeichnung. OpenAI setzt nach eigenen Angaben C2PA-Metadaten ein, also Herkunftsangaben in der Bilddatei, dazu unsichtbare Wasserzeichen. Verlassen sollte sich darauf niemand, denn Metadaten gehen auf dem Weg durch Netzwerke, Messenger und Screenshots häufig verloren. Diese Einschätzung stammt aus der Praxis, der Anbieter macht dazu keine Angabe. Wer erkennbar machen will, dass ein Bild erzeugt wurde, schreibt es sichtbar in die Bildunterschrift.
Erscheinungsbild. Ein Modell, das Stile zuverlässiger hält, hält den falschen Stil ebenso zuverlässig. Ohne festgelegte Farben, Schriften und Bildsprache entsteht eine Sammlung schöner Einzelstücke ohne Zusammenhang.
Wahrhaftigkeit. Ein erzeugtes Bild illustriert, es belegt nichts. In eine Aussendung gehört kein Motiv, das wie eine Dokumentaraufnahme eines Ereignisses aussieht, das so nicht fotografiert wurde.
Eine Seite Regeln genügt für den Anfang
Bevor die neue Funktion in einer Organisation ankommt, braucht es vier Festlegungen. Sie betreffen, was an Farben, Schrift, Logo und Formaten fix gilt; wer erzeugen darf und wer freigibt; welche Motive nie erzeugt werden, etwa Personen der eigenen Organisation, reale Ereignisse und Gebäude in Schadenslagen; und wo die Kennzeichnung steht.
Wer diese vier Punkte auf einer Seite stehen hat, kann die Funktion am Montag einsetzen und ist beim Entwurf schneller, ohne dass die Zuständigkeit unklar wird.
Häufige Fragen
Was ist neu in ChatGPT Images 2.5?
Laut OpenAI unter anderem Sketch, also eine grobe Zeichnung im Chat als Vorlage, Vorlagen für Formate wie Plakat oder Flyer, Kommentare direkt im Bild und genaueres Ändern einzelner Bildteile. Vorgestellt wurde die Version am 8. September 2026.
In welchen Tarifen ist ChatGPT Images 2.5 verfügbar?
Nach Unternehmensangaben in allen Tarifen von ChatGPT, ChatGPT Work und Codex, auf Desktop, Mobilgerät und im Browser.
Reichen C2PA-Metadaten zur Kennzeichnung von KI-Bildern?
Verlassen sollte man sich darauf nicht, weil Metadaten bei der Weitergabe über Netzwerke, Messenger und Screenshots häufig verloren gehen. Wer ein Bild als erzeugt kennzeichnen will, schreibt es sichtbar in die Bildunterschrift.
Was ist beim Hochladen von Personenfotos als Vorlage zu beachten?
Wer das tut, gibt personenbezogene Daten an einen externen Dienst weiter und braucht dafür eine Grundlage. Die Zustimmung zum Gruppenfoto auf der Website deckt das nicht automatisch ab.
Quellen
Ankündigung „Introducing ChatGPT Images 2.5“ von OpenAI vom 8. September 2026 samt Angaben zu Funktionsumfang, Verfügbarkeit, Latenz, Nutzungszahlen sowie zu C2PA-Metadaten und Wasserzeichen; ergänzend die Berichterstattung von 9to5Mac. Sämtliche Leistungs- und Nutzungsangaben stammen vom Anbieter und wurden nicht unabhängig überprüft; ein eigener Test liegt diesem Beitrag nicht zugrunde. Der Hinweis auf den Verlust von Metadaten bei Weitergabe ist eine Einschätzung aus der Praxis, keine Herstellerangabe. Die Hinweise zu Bild-, Persönlichkeits- und Datenschutzrechten sind allgemeine Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung.
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