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Die Frist ist der Köder

Seit dem Frühsommer kommen in Österreich Welle um Welle gefälschte SMS im Namen von Pensionsversicherung, ÖGK, ID Austria und Finanzamt. Diese Seite sammelt die Fälle seit 30. Oktober 2026 und wird laufend ergänzt.

Von Norbert Oberndorfer

, 6 Minuten, aktualisiert 30. Oktober 2026

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Ein gesprenkeltes Kuckucksei liegt zwischen kleineren, blassblauen Eiern in einem Nest aus Moos und dürren Zweigen.KI-generiert

Kurz gefasst

  • Laut Bundeskriminalamt gab es von Jänner bis September 2026 rund 5.000 Phishing-Fälle mit etwa 19 Millionen Euro Schaden.
  • Die gefälschten SMS nennen eine Behörde im Absender, setzen eine Frist von ein bis zwei Tagen und führen auf eine nachgebaute Seite, die persönliche Daten und die IBAN abfragt.
  • Pensionsversicherung, Finanzministerium und BVAEB erklären, dass sie keine Datenabfragen per SMS verschicken.
  • Wer so eine SMS bekommt, öffnet die Behörde nur über die selbst eingetippte Adresse oder die offizielle App und löscht die Nachricht.

Am 30. Oktober um 18:29 kam auf mein Handy eine SMS von „PV Österreich“. Ich solle meine Daten zum Pensionskonto aktualisieren, und zwar „bis spätestens 01.11.2026“ – zwei Tage Zeit für ein Konto, um das sich niemand Sorgen machen will.

Hinter den SMS stehen Millionenschäden

Die Zahlen. Die Polizei nennt diese Masche Phishing per SMS, also gefälschte Kurznachrichten, die auf nachgebaute Webseiten führen und dort Daten abfragen. Laut Bundeskriminalamt wurden von Jänner bis September 2026 rund 5.000 Phishing-Fälle angezeigt, der Schaden liege bei etwa 19 Millionen Euro. Für das ganze Jahr 2025 nennt das Bundeskriminalamt rund 7.000 Fälle und etwa 22 Millionen Euro – als Größenordnung taugt der Vergleich, als Trend nicht, weil 2026 erst neun Monate umfasst. Gezählt sind nur angezeigte Fälle.

Der Weg zum Geld. Nach Angaben von Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher wurden in 83 Prozent der Schadensfälle die Opfer dazu gebracht, selbst zu überweisen. Die SMS ist dabei oft nur der Anfang, danach meldet sich ein angeblicher Bankmitarbeiter am Telefon.

Die Fälle seit Juni 2026, neueste zuerst

Jeder Eintrag nennt den angeblichen Absender, den Köder und die falsche Adresse. Die falschen Links sind mit eckigen Klammern entschärft. Wer eine neue Fake-SMS bekommt, kann einen Screenshot an norbert.oberndorfer@peakconsulting.at schicken, die Seite wird laufend ergänzt.

30. Oktober 2026, Pensionsversicherung

Absender „[PV Österreich]“, verschickt von einer Mobilnummer +43 676 786…, Frist 1. November. Der Link führt auf pensions-versicherung[.]at. Die Pensionsversicherung selbst nutzt pv.at. Die bisher dokumentierten Fassungen liefen über Endungen wie .com, .org, .info und .live, diese über .at – sie wirkt damit heimischer, echt ist sie trotzdem nicht.

15. Oktober 2026, BVAEB

Laut Watchlist Internet forderte eine SMS im Namen der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau dazu auf, die Daten für die Pensionsauszahlung zu prüfen, sonst drohten Unterbrechungen. Die BVAEB stellt klar, dass solche SMS weder von ihr noch von der Sozialversicherung stammen.

2. September 2026, Pensionsversicherung

Derselbe Text zum Pensionskonto, diesmal mit Frist 4. September und dem Link pv-penslonsversicherung[.]org, mit kleinem L statt i. Laut Mimikama fragte die nachgebaute Seite im Layout der echten PV Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer, Mailadresse und IBAN ab.

August und September 2026, ÖGK

Absender „[Österreichische Gesundheitskasse]“, die Daten seien „umgehend“ zu aktualisieren. Laut Mimikama wechselten die Links zwischen meineogk[.]at, meine-oegk[.]net und oegk[.]info. Das echte Kundenportal liegt unter meine.oegk.at, der Unterschied ist manchmal ein einzelner Punkt.

22. Juli 2026, ID Austria

„Ihre Registrierung für die ID Austria läuft … ab. Hier erneuern“, dazu Adressen wie id-austria.at-bmf-gv-uberprufung[.]com. Die Die Adresse einer Webseite. Entscheidend ist der Teil direkt vor der Endung, etwa gv.at reiht bekannte Kürzel aneinander, gehört aber nicht zu id-austria.gv.at. Mit der ID-Austria-Masche wurden laut Bundeskriminalamt-Leiter Andreas Holzer rund 100 Menschen getäuscht, der Schaden liege bei 500.000 Euro.

25. Juni 2026, Klimabonus

Laut Mimikama kam von einer 0676-Nummer die Nachricht, der Empfänger habe Anspruch auf den Klimabonus und müsse seine Daten bestätigen. Der Link klimapraemie-2026[.]cc lief ohne HTTPS, die Folgeseite gab sich als Finanzministerium aus und versprach 400 Euro.

15. Juni 2026, Pensionsversicherung

Die früheste Fassung des Pensionskonto-Texts, die Mimikama dokumentiert hat. Frist 16. Juni, Absender eine +43-660-Nummer, Link pv-pensions-versicherung[.]com.

Laufend, FinanzOnline und der Anruf danach

Polizeiberichte zeigen laut Mimikama eine zweistufige Masche. Zuerst kommt eine SMS im Namen von FinanzOnline oder ID Austria, danach ruft ein angeblicher Bankmitarbeiter an und drängt zu Überweisungen. In Kufstein verlor ein 72-Jähriger dabei einen mittleren fünfstelligen Betrag. Das BMF stellt klar, dass es Informationen zu FinanzOnline und ID Austria nicht per SMS oder Messenger verschickt.

Vier Merkmale tauchen in fast jeder SMS auf

  • Absender in eckigen Klammern, verschickt von einer gewöhnlichen Handynummer
  • Frist von ein bis zwei Tagen, oft mit „umgehend“ oder „spätestens“
  • Link mit dem Namen der Behörde auf einer fremden Adresse oder Endung
  • Keine Anrede, kein Name, keine Versicherungsnummer, obwohl es um ein persönliches Konto geht

Die Grenze dieser Liste – sie beschreibt die bisherigen Wellen, die nächste kann anders aussehen. Laut Kocher setzen die Täter zunehmend KI ein, die Texte werden glaubwürdiger. Verlässlich bleibt ein Prüfschritt, nämlich die Behörde nie über den Link zu öffnen, sondern über die selbst eingetippte Adresse oder die App.

Vier Schritte, wenn der Link schon angetippt ist

  1. Nichts eingegeben? Seite schließen, SMS löschen, Nummer blockieren.
  2. Daten oder IBAN eingegeben? Sofort die Bank anrufen, mit der Nummer von der Bankkarte, nicht aus der SMS.
  3. Zugang zu ID Austria, FinanzOnline oder Meine ÖGK eingegeben? Passwörter ändern und den Support der jeweiligen Stelle verständigen.
  4. Meldet sich danach jemand „von der Bank“? Auflegen, selbst zurückrufen und Anzeige bei einer Polizeiinspektion erstatten.

Gefälschte SMS lassen sich bei der Watchlist Internet melden, die neue Wellen veröffentlicht und damit andere warnt.

Absender, Frist und Link wechseln von Welle zu Welle, die echten Adressen bleiben dieselben, also pv.at, meine.oegk.at, id-austria.gv.at und finanzonline.bmf.gv.at.

Häufige Fragen

Verschickt die Pensionsversicherung SMS mit Links?

Laut Pensionsversicherung fordert sie niemals per SMS zur Eingabe persönlicher Daten auf. Die offizielle Adresse lautet pv.at.

Woran erkenne ich die echte Adresse einer Behörde?

Entscheidend ist der Teil direkt vor der Endung. Echt sind etwa pv.at, meine.oegk.at, id-austria.gv.at und finanzonline.bmf.gv.at. Zusätze wie „-versicherung“ oder Endungen wie .com, .org, .net und .cc gehören nicht dazu.

Was tun, wenn ich auf der Seite Daten eingegeben habe?

Sofort die Bank über die Nummer auf der Bankkarte anrufen, betroffene Passwörter ändern und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Wo kann ich eine Fake-SMS melden?

Bei der Watchlist Internet, bei der Stelle, in deren Namen die SMS verschickt wurde, und bei einem Schaden bei jeder Polizeiinspektion.

Quellen

Stand 30. Oktober 2026. Fallzahlen und Schadenssummen laut Bundeskriminalamt bzw. Nationalbank, nicht unabhängig überprüft. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

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Zur Entstehung: Für Recherche und Faktencheck nutze ich KI. Jede Angabe prüfe ich an der Quelle, und jeder Satz geht erst nach meiner Freigabe online. Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen, schreiben Sie mir an office@peakconsulting.at.

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