Der Probealarm testet die Sirene, nicht den Gemeindekanal
Einmal im Jahr prüfen Bund und Länder, ob die Sirenen heulen und die Handys die Warnung anzeigen – ob die Gemeinde danach selbst etwas sagen kann, gehört nicht zum Test. Am Samstag, 3. Oktober 2026, ist zwischen 12.00 und 12.45 Uhr wieder Zivilschutz-Probealarm.

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Kurz gefasst
- Am Samstag, 3. Oktober 2026, war zwischen 12.00 und 12.45 Uhr Zivilschutz-Probealarm, laut Informationsplakat stehen der Bundeswarnzentrale im Innenministerium und den Ländern dafür mehr als 8.000 Sirenen zur Verfügung, begleitend wird AT-Alert bundesweit ausgesendet.
- Ob die Gemeinde danach selbst etwas sagen kann, gehört nicht zum Test.
- Die Testmeldung 2024 auf Stufe zwei erreichte laut Land Niederösterreich nur jene, die den Empfang aktiviert hatten, den Notfallalarm kann dagegen niemand abschalten.
- Am Probealarmtag lassen sich Zugang, Vorlage, Telefon, die Zeit bis zum ersten Posting und die Reichweite ohne Handy mitprüfen, eine halbe Seite am Montag danach hält fest, was gefehlt hat.
Wer am 3. Oktober zu Mittag Dienst im Gemeindeamt, in der Pfarrkanzlei oder am Empfang eines Betriebs hat, hört dieselbe Sirene wie alle anderen. Es ist der eine angekündigte Warntag im Jahr und damit ein fixer Termin, um die eigenen Kanäle ohne echten Anlass zu erproben.
Geprüft werden Sirenen und Handywarnung
Was getestet wird. Laut dem Informationsplakat zum Probealarm 2026 führt die Bundeswarnzentrale im Innenministerium den Test gemeinsam mit den Ämtern der Landesregierungen durch; bundesweit stehen dafür mehr als 8.000 Sirenen zur Verfügung. Den Ablauf nennen die Ankündigungen der Gemeinden gleichlautend.
- 12.00 Uhr „Sirenenprobe“, 15 Sekunden
- 12.15 Uhr „Warnung“, drei Minuten gleichbleibender Dauerton
- 12.30 Uhr „Alarm“, eine Minute auf- und abschwellender Heulton
- 12.45 Uhr „Entwarnung“, eine Minute Dauerton
Begleitend wird AT-Alert bundesweit ausgesendet – das staatliche Warnsystem, das Meldungen über das Mobilfunknetz an alle empfangsbereiten Handys in einem Gebiet schickt. Nach Angaben der Länder braucht es dafür weder App noch Anmeldung, personenbezogene Daten werden nicht verwendet. Zu welcher Uhrzeit und auf welcher Warnstufe die Handywarnung 2026 kommt, nennen die bisherigen Ankündigungen nicht.
Grenze. Der Probealarm prüft die Technik von Bund und Ländern. Ob die eigenen Kanäle funktionieren, zeigt sich nur, wenn jemand sie am selben Tag mitprüft. Einen Krisenplan ersetzt die Übung nicht, sie zeigt nur, wo einer fehlt.
Niederösterreich. Beim Probealarm im Oktober 2024 wurden laut Land Niederösterreich die 2.450 Sirenen im Land geprüft; 99,7 Prozent funktionierten einwandfrei, bei sechs gab es einen Teilausfall. Ausgelöst wurden sie laut Land von der Landeswarnzentrale in Tulln, die für Niederösterreich Warnungen koordiniert. Beim Hochwasser im September 2024 wurden die Zivilschutzsignale nach Angaben des Landes mehr als 60 Mal auf Gemeindeebene ausgelöst, AT-Alert setzte die Landeswarnzentrale dreimal ein. Im Ernstfall betrifft die Warnung also oft einzelne Orte, und die Fragen danach richten sich an die Gemeinde.
Der Samstag ist der eigentliche Test
Amtszeiten. Der 3. Oktober ist ein Samstag. In Großhöflein etwa enden die Amtsstunden laut Gemeindewebsite freitags um 12 Uhr, in Altenmarkt im Pongau ebenso. Eine echte Warnung hält sich an Amtszeiten nicht. Salzburg reagiert darauf mit eigenen Infotelefonen von Land und Zivilschutzverband, am 3. Oktober von 11 bis 13 Uhr, verbunden mit der Bitte, keine Notrufnummern zu blockieren.
Fragen. Die ersten Fragen sind vorhersehbar. Zuerst wollen die Leute wissen, ob das nur die Probe ist, danach, warum das Handy nichts angezeigt hat. Auf die zweite gibt es eine konkrete Antwort, und sie hängt an der Warnstufe. Die höchste Stufe, der Notfallalarm, ist laut Land Niederösterreich standardmäßig eingeschaltet und lässt sich nicht abschalten. Niedrigere Stufen und Testwarnungen hängen dagegen an den Einstellungen. Die bundesweite Testmeldung des Innenministeriums 2024 auf Stufe zwei erreichte nach Angaben des Landes nur jene, die den Empfang aktiviert hatten. Dazu kommt das Gerät. Laut Land Tirol empfangen Android-Handys ab Version 11 und iPhones ab Das Betriebssystem der iPhones von Apple, die Zahl dahinter bezeichnet die installierte Version. 17.4 die Warnungen grundsätzlich. Wer beide Antworten vorher formuliert, braucht am Samstag keine Freigabe mehr.
Fünf Dinge lassen sich am 3. Oktober mitprüfen
- Zugang. Wer kann an einem Samstag zu Mittag auf Website und Social-Media-Seite veröffentlichen, und gibt es für jeden Kanal eine zweite Person mit Administratorrechten? Wie schnell ein amtlicher Kanal ausfällt, wenn er an einem einzigen Konto hängt, zeigt der Fall Tieschen.
- Vorlage. Liegt ein Text bereit, der in zwei Sätzen sagt, dass es sich um einen Probealarm handelt, und auf at-alert.at verweist? Am besten vorher schreiben und freigeben, damit am Tag nur noch veröffentlicht wird.
- Telefon. Wohin läuft die Amtsnummer am Samstag – Tonbandansage, Umleitung oder ins Leere? Ein Anruf um 12.20 Uhr klärt das.
- Zeit. Wie viele Minuten vergehen zwischen Sirene und erstem Posting? Die Zahl gehört mitgeschrieben, sie taugt als Kennzahl, auch wenn sie allein noch keinen funktionierenden Plan beweist.
- Reichweite ohne Handy. Wer erfährt es nicht über das Smartphone, etwa im Pflegeheim oder beim Pfarrfest? Wer am 3. Oktober eine Veranstaltung hat, kündigt den Probealarm vorher an und sagt ihn um 12 Uhr durch.
Betriebe und Vereine. Für sie gilt dasselbe im Kleinen. Am Probealarmtag lässt sich ohne Ernstfall prüfen, ob die Telefonkette funktioniert und wer den Mitgliedern oder Gästen etwas sagt.
Die Übung gehört danach aufgeschrieben
Am Montag nach dem Probealarm ist die Erinnerung noch frisch. Eine halbe Seite genügt für das, was gefehlt hat und wer es bis wann behebt. Am 3. Oktober zeigt sich, ob die Warnung ankommt. Ob die Gemeinde erklären kann, was sie bedeutet, lässt sich nur beurteilen, wenn jemand mitschreibt, wer über welchen Kanal postet und wie schnell.
Häufige Fragen
Wann ist der Zivilschutz-Probealarm 2026?
Am Samstag, 3. Oktober 2026, zwischen 12.00 und 12.45 Uhr. Um 12.00 Uhr kommt die Sirenenprobe (15 Sekunden), um 12.15 Uhr die Warnung (drei Minuten Dauerton), um 12.30 Uhr der Alarm (eine Minute auf- und abschwellend), um 12.45 Uhr die Entwarnung (eine Minute Dauerton). Begleitend wird AT-Alert bundesweit ausgesendet.
Warum zeigt mein Handy die AT-Alert-Testwarnung nicht an?
Das hängt an der Warnstufe und am Gerät. Der Notfallalarm lässt sich nicht abschalten. Niedrigere Stufen und Testwarnungen erreichen nur, wer den Empfang aktiviert hat. Laut Land Tirol empfangen Android ab Version 11 und iPhones ab iOS 17.4 die Warnungen grundsätzlich.
Braucht man für AT-Alert eine App?
Nach Angaben der Länder nicht. Es braucht weder App noch Anmeldung, und personenbezogene Daten werden nicht verwendet.
Was kann eine Gemeinde am Probealarmtag selbst prüfen?
Wer am Samstag veröffentlichen kann und ob es eine zweite Person mit Administratorrechten gibt, ob ein Text bereitliegt, wohin die Amtsnummer läuft, wie lange es bis zum ersten Posting dauert und wen man ohne Handy erreicht.
Quellen
Datum, Zeitfenster, Durchführung durch Bundeswarnzentrale und Landesregierungen, mehr als 8.000 Sirenen und die begleitende AT-Alert-Aussendung nach dem Informationsplakat „Zivilschutz-Probealarm 2026“ (Druckversion vom 9. Juli 2026, Absender www.zivilschutzverband.at), veröffentlicht u. a. von der Marktgemeinde Großhöflein; eine Seite des Innenministeriums selbst wurde nicht eingesehen. Einzelne Ankündigungen nennen „mehr als 8.300“ Sirenen, der Text folgt dem Plakat. Die Uhrzeiten der vier Signale nennt die Marktgemeinde Großhöflein am 16. September 2026, gleichlautend auch weitere Gemeindeankündigungen. Die Angaben zur Sirenenprüfung 2024 (2.450 Sirenen, 99,7 Prozent, sechs Teilausfälle) stammen aus der Presseaussendung des Landes Niederösterreich vom 5. Oktober 2024; die Infoseite „Warn- und Alarmsignale“ nennt für 2024 abweichend 99,43 Prozent, der Text folgt der datierten Aussendung. Die mehr als 60 Sirenenauslösungen auf Gemeindeebene beim Hochwasser 2024 nennt die Infoseite „Warn- und Alarmsignale“ des Landes Niederösterreich, ohne Datum, nur als Suchauszug gelesen. Den dreimaligen AT-Alert beim Hochwasser und den Test 2024 auf Stufe zwei nur bei aktiviertem Empfang nennt die Infoseite „AT-Alert“ des Landes Niederösterreich, ohne Datum; dass sich der Notfallalarm nicht abschalten lässt, steht in der Presseaussendung des Landes vom 5. September 2024. Die Gerätevoraussetzungen nennt das Land Tirol in „AT-Alert“ in Leicht Lesen, ohne Datum. Die Amtszeiten stehen auf den Websites der Marktgemeinden Großhöflein und Altenmarkt im Pongau, abgerufen 18. September 2026; die Infotelefone in Salzburg nennt die Marktgemeinde Altenmarkt im Pongau am 17. September 2026. Alle Angaben der Behörden sind nicht unabhängig überprüft. Die Prüfliste ist eine Empfehlung aus der Kommunikationspraxis, keine behördliche Vorgabe und keine Rechtsberatung.
- Informationsplakat Zivilschutz-Probealarm 2026 (PDF, via Marktgemeinde Großhöflein) (öffnet in neuem Tab)
- Marktgemeinde Großhöflein, Zivilschutz-Probealarm – Samstag, 3. Oktober 2026 (16. September 2026) (öffnet in neuem Tab)
- Land Niederösterreich, 99,7 Prozent aller Sirenen funktionieren einwandfrei (5. Oktober 2024, PDF) (öffnet in neuem Tab)
- Land Niederösterreich, AT-Alert – Probephase für Österreichs neues Bevölkerungswarnsystem (5. September 2024, PDF) (öffnet in neuem Tab)
- Land Niederösterreich, AT-Alert (öffnet in neuem Tab)
- Land Niederösterreich, Warn- und Alarmsignale (öffnet in neuem Tab)
- Land Tirol, AT-Alert – Cell Broadcast, Leicht Lesen (öffnet in neuem Tab)
- Marktgemeinde Altenmarkt im Pongau, Zivilschutzalarm (17. September 2026) (öffnet in neuem Tab)
- AT-Alert (öffnet in neuem Tab)
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